Die Akupunktur ist eine alte chinesische
Methode, die darin besteht, mit Hilfe von in den Körper eingestochenen
dünnen Nadeln, Krankheiten zu heilen, Schmerzen zu lindern oder das
Wohlbefinden zu steigern.
Die Einstichpunkte liegen über den
gesamten Körper verteilt und sind aufgrund alter Erfahrungen und Erkenntnisse
festgelegt worden.
Der Begriff Akupunktur leitet sich aus
dem Lateinischen von acus = Nadel und pungere = stechen ab.
Obwohl die Sprache und Erklärungsmechanismen
dem "modernen" naturwissenschaftlich bzw. wissenschaftlich gebildeten Menschen
zunächst fremd und überholt erscheint, erkennt man in diesem
alten Wissen, sofern die Begriffe jeweils modern übersetzt werden,
neueste Erkenntnisse und Einsichten der medizinischen Forschung.
Wirkmechanismen
Die Akupunktur wirkt in der Hauptsache
über vier verschiedene Mechanismen, die ihrerseits nicht völlig
unabhängig voneinander sind:
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Bildung bzw. Verstärkung von körpereigenen
morphinartigen Substanzen wie Endorphinen und Enkephaline sowie den Einfluß
auf Transmittersubstanzen an den Synapsen von Nerven- oder Muskelzellen.
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Aktivierung oder Deaktivierung schmerzkontrollierender
oder schmerzleitender Nervenzellen.
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Reflexwirkung: Ein erkranktes Organ führt
zu einer Reihe von teilweise schmerzhaften Veränderungen auch in ferner
gelegenen Muskel- und Hautpartien, so z.B. zu Verspannungen, Verkrampfungen
und Durchblutungsveränderungen. Durch Einwirken auf diesen Bereich
ist eine Rückwirkung (Reflex) auf das erkrankte Organ möglich.
-
Bioelektrische Regulation: Alle Nerven- und
Muskelvorgänge sind u.a. elektrophysiologische Vorgänge. Die
Veränderung an einer Muskelzelle z.B. eine Depolarisation kann über
die vielfältigen Verbindungen von Zellen, Gewebe und Organen zu Veränderungen
z.B. einer Durchblutungssteigerung und/oder einer Abwehrzellenvermehrung
führen.
Indikationen
für eine Akupunktur
Die World Health Organization (WHO) hat
eine Indikationsliste für die Erkrankungen veröffentlicht, die
sich für eine Akupunkturbehandlung anbieten:
Respirationstrakt
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Akute Sinusitis
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Akute Rhinitis
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Allgemeine Erkältungskrankheiten
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Akute Tonsillitis
Bronchopulmonale Erkrankungen
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Akute Bronchitis
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Asthma bronchiale (sehr wirksam bei Kinder
und Patienten ohne Begleiterkrankungen)
Gastrointestinale Erkrankungen
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Ösophagus- und Kardiospasmen
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Singultus
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Gastroptose
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Akute und chronische Gastritis
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Hyperazidität des Magens
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Chronische Ulcus Duodeni
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Akute und chronische Kolitits
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Akute bakterielle Dysenterie
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Obstipation
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Diarrhö
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Paralytischer Ileus
Augenerkrankungen
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Akute Konjunktivitis
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Zentrale Retinitis
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Myopie (bei Kindern)
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Katarakt (ohne Komplikationen)
Erkrankungen der Mundhöhle
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Zahnschmerzen
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Schmerzen nach Zahnextraktion
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Gingivitis
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Akute und chronische Pharyngitis
Neurologische und orthopädische Erkrankungen
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Kopfschmerzen
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Migräne
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Trigeminusneuralgie
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Fazialisparese
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Lähmungen nach Schlaganfall
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Periphere Neuropathien
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Poliomyelitislähmung
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Morbus Ménierè
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Neurogene Blasendysfunktion
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Enuresis nocturna
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Interkostalneuralgie
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Schulter-Arm-Syndrom
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Periarthritis humeroscapularis
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Tennisellenbogen
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Ischialgie, Lumbalgie
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Rheumatoide Arthritis
Kontraindikationen
Nicht behandelt werden sollen:
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Alle Erkrankungen mit nicht eindeutiger Ursache
(Diagnose).
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Schwere psychische Erkrankungen.
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Jede Art von Krebs (außer zur Schmerzlinderung).
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Die meisten Infektionserkrankungen
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Schwangerschaft
Akupunkturwirkungen
Zusammenfassend sei nochmals die Wirkung
einer Akupunktur dargestellt. Dabei sei festgestellt, dass all das, was
zerstört ist, z.B. Infarktbereiche im Herzen oder zerstörte Hirnregionen
nach einem Schlaganfall, nicht behandelt werden kann.
Es können dagegen gestörte
Bereiche behandelt werden:
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Schmerzlindernd evt. heilend
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Durchblutungsfördernd
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Abwehrsystem stärkend und regulierend
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motorische Aktivierung z.B. bei bestimmten
Lähmungen
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psychovegetativ und psychomotorisch entspannend
Nebenwirkungen
Ernsthafte Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten.
Lokal kann es zu einer vorrübergehenden Hautrötung, Wärmegefühl
oder (selten) zu Unwohlsein kommen. Selten können Hämatome auftreten.
Bei den ersten zwei bis drei Behandlungen kann es (wie auch in der Homöopathie)
zu einer kurzzeitigen Verschlechterung der Beschwerden kommen.
Akupunkturnadeln
Es stehen für die verschiedenen Anwendungen
unterschiedliche Arten von Nadeln sowohl dem Material als auch der Dicke
und Länge nach zur Verfügung.
In der Regel werden Nadeln aus Edelstahl
als Einwegnadeln und mehr historisch und nur noch sehr selten aus Silber
oder Gold verwendet. Silber oder Goldnadeln finden vor allem bei der Akupunktur
des Ohres Verwendung.
Die Länge der Nadeln variiert von
ca. 1,5 cm bis ca. 7 cm. Die kurzen Nadeln werden vor allem im Gesichtsbereich,
die langen bei der Behandlung tieferer Muskelstränge verwendet.
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